Erfahrungsbericht Valentin Specht

Wissenschaftliche Mitarbeit

Sidley? Ist das nicht die Kanzlei, in der sich die Obamas kennengelernt haben?“ Solche Fragen habe ich immer wieder gehört, nachdem ich mich 2018 als Legal Research Assistant bei Sidley beworben habe. Es sollte sich aber sehr schnell herausstellen, dass Sidley sich nicht hinter diesem „Obama-Funfact“ versteckt, sondern noch viel mehr zu bieten hat.

Nach dem ersten Examen habe ich beschlossen, nicht direkt ins Referendariat zu starten. Vielmehr wollte ich nach einer gefühlten Ewigkeit der Examensvorbereitung erst einmal aus der Unibibliothek herauskommen und endlich die Arbeitswelt kennenlernen.

Schon in den ersten Wochen habe ich festgestellt, dass ich mich aus den richtigen Gründen bei Sidley beworben hatte. Trotz der hochprofessionellen Arbeit an herausfordernden grenzüberschreitenden Transaktionen herrscht eine lockere und authentische Atmosphäre untereinander. Dies zeigt sich nicht nur dadurch, dass kein strenger Dresscode im Büro herrscht oder jeden Freitag ein kühles Bier für das gemeinsame Get-Together auf der Dachterrasse bereitsteht. Vielmehr schlagen sich die eher flachen Hierarchien auch dahingehend nieder, dass man sich hier tatsächlich als Team sieht – und zu diesem Team gehören nicht nur Partner und  Associates, sondern auch alle Assistenten, Referendare und Praktikanten. Man merkt hier sehr deutlich, dass bei der Bewerbung, abgesehen von der vorausgesetzten fachlichen Qualifikation für die Tätigkeit in einer international führenden Großkanzlei, auch verstärkt auf die individuelle Persönlichkeit und die Chemie im Team geachtet wird.

Das Aufgabengebiet als Legal Research Assistant ist äußerst breit gefächert und stellt einen jeden Tag aufs Neue vor spannende Herausforderungen. Vom Erstellen von Memos über grundsätzliche gesellschaftsrechtliche Fragen bis hin zu eher exotischeren Recherchen zu bestimmten Aspekten des tschechischen Einkommenssteuergesetzes – man weiß im Vorfeld nie genau, was einen erwartet.
Das Highlight meiner bisherigen Zeit bei Sidley war aber zweifelsohne, dass ich dadurch, dass ich nach meinem ersten Examen beinahe Vollzeit gearbeitet habe, die Möglichkeit hatte, eine komplette Transaktion von der Öffnung des Datenraums über das Signing bis hin zum gemeinsamen Closing Dinner – wobei die Teilnahme als Legal Research Assistant wie selbstverständlich war – zu begleiten.

Mittlerweile habe ich mit dem Referendariat begonnen und arbeite stationsbegleitend immer noch bei Sidley. Durch die flexible Handhabung der Arbeitstage, den uneingeschränkten Vorrang der Referendariatsverpflichtungen und der Förderung in Form von monatlichen Gutscheinen für ein Repetitorium lassen sich die Nebentätigkeit und die Vorbereitung auf ein erfolgreiches zweites Staatsexamen ideal verbinden.
Nicht zuletzt deswegen habe ich mich dazu entschlossen, auch für die Anwalts- und Wahlstation bei Sidley zu bleiben. Besonders gefreut habe ich mich über die Möglichkeit, die Wahlstation in einem der zahlreichen ausländischen Büros von Sidley zu absolvieren.

Mich zieht es für diese Zeit nach Chicago – die Stadt in der sich die Obamas kennengelernt haben.